Die Wiese war heute steif gefroren, an steilen Stellen bin ich ausgerutscht und mußte mich mühen, hochzukommen.
Eine letzte Chance, frische Brennnesseln zu sammeln, denke ich und breche das “grüne Eiskonfekt” in meinen Korb. Wouh, manche brennen sogar noch in diesem Zustand, was für eine Power! Nach einiger Zeit habe ich eiskalte Hände und beschließe, das Mittagessen durch meine Trockenvorräte an Brennnesseln zu ergänzen.
Zuhause stelle ich den Korb in den kalten Flur, damit die Nesseln nicht zu schnell auftauen und matschig werden. Von meinen getrockneten Nesselblättern aus dem Sommer weiche ich einige ein, eine halbe Stunde reicht. Blätterteig habe ich vorrätig, schneide ihn in Rechtecke von ca. 10 × 15 cm. Dann wird die Füllung gemischt: 1-3 zerdrückte Knoblauchzehen, 150-200 g Gorgonzola, 1-2 Tassen kurz gedämpfte Brennnesseln, 1-2 Eier, nach Belieben noch 3 EL Semmelbrösel mit der Gabel gut durchmengen. Die Teigrechtecke werden mit je einem Häufchen Mischung belegt, ganz zugeklappt und 20 – 30 Minuten bei 200 Grad gebacken. Jetzt kommt die Herausforderung, sie nicht schon knallheiß in den Mund zu stecken – schweeeeer – aber das würde eher zu verbrannten Zungen führen als zu Genüssen. Warm bis lauwarm schmecken sie dann superlecker, und die Reste essen wir auch kalt sehr gerne.
Nachmittags schaue ich neugierig auf der Wiese nach, ob die Nesseln schon aufgetaut sind – nein, immer noch knusprig wie Chips. Später werden sie matschig und braun werden – auf Wiedersehen im nächsten Jahr, Ihr Lieben!