Der Rauhreif hat hier im Flusstal Alles mit weißen Kristallen überzogen – Bäume, Spinnweben, Zäune, Gras … – wunderschön! Die Pflanzen scheinen unter diesem tagelangen Frost völlig erstarrt und leblos. Aber vielleicht wirkt das nur äußerlich so. Als es neulich mal wärmer war und Gras und Kräuter auftauten, besuchte ich „meine“ Brennnesseln, die ich 2 Tage davor als „Eiskonfekt“ gesammelt hatte. Tatsächlich standen sie fest, lebendig und tiefgrün – was für eine Überraschung, was für eine Kraft! Sicherlich können sie diese Fähigkeit, mit der Kälte umzugehen, an uns weitergeben. Dazu noch ist es lebendige und frische Nahrung. Und vor Allem: sie verstoffwechseln Sonnenlicht. Das Licht braucht gut 7 Minuten, um von der Sonne zur Erde zu gelangen, und in ein paar Zehntelsekunden macht die Pflanze mittels der Photosynthese daraus ihr Blattgrün. Die Brennnessel ist eine der chlorophyllreichsten Pflanzen. Wenn wir diese Kräuter sammeln und in den Eintopf geben, essen wir also etwas, was vor einer viertel bis halben Stunde noch Sonne war – regionale, nachhaltige, leckere Sonnentherapie!