Eine Schneedecke hat Alles mit ihrem hellen Weiß überzogen. Ich sitze oben am Berg, genieße den weiten Blick übers Flußtal, die strahlende Helligkeit. Unter dem Schnee verharren die Kräuter und Bäume, warten ab, bereiten sich vor. Einige Samen brauchen ja den Kältereiz des Winters, um im Frühjahr keimen zu können. Die grüne Kraft fühlt sich verhalten an – bis auf eine eigenartige Kugel, die im Apfelbaum über mir hängt: die Mistel! Sie strahlt auch jetzt aktive Kraft aus, hüllt mich darin ein. Sie knospt, blüht, fruchtet in ihrem eigenen, ganz anderen Rhythmus. Deshalb hilft sie uns ja auch, unseren eigenen Rhythmus zu finden, gerade wenn Herz oder Blutdruck arhythmisch geworden sind. Merkt Euch die Bäume, die viele Misteln tragen, und schaut darunter nach, wenn es mal stürmische Winde gab – oft werden wir dann mit Misteln beschenkt. Die Beeren sind giftig; aus den Blättern und Stängeln könnt Ihr einen Kaltauszug bereiten: 8 Stunden in kaltem Wasser ansetzen, dann trinken, kalt oder leicht erwärmt.